12. Februar 2018

Stromausgleich im Netz?

Knapp 40 kW bei Sonne. Wo geht der Strom hin? Dazu diese Glosse.                                                                                  Foto Jörn
Wo geht denn der Strom hin, der spontan erzeugt wird? Das habe ich mich schon 2014 in einer Glosse gefragt, hier nachzulesen: http://www.siebenfahr.com/AmStrom.pdf . – Und ich frage mich das noch immer. Ich kann es mir einfach nicht richtig vorstellen.
Dunkelblau das zentraleuropäische Verbundnetz                       Quelle
   Wie Schwankungen im west­eu­ro­päischen Verbundnetz – dem größ­ten der Welt – ausgeglichen werden, wird oft beschrieben, ganz gut vielleicht hier.
   Aber kann man sich das deswegen schon vorstellen?
   Das Stromnetz ist ein Netz, ein Verbundnetz, wie das von Wasser­lei­tun­gen oder das Gasnetz vielleicht auch. Bis vor kurzem war das Telefonnetz noch ein »Sternnetz«, wo jeder seine eigene Leitung hatte, inzwischen ist auch das einfach ein riesiger Verbund gleichartiger Ressourcen, aus dem sich jeder das Seine wie mit einem Rundfunkempfänger herauspickt. 
   Bleiben wir bei der Analogie mit dem Frischwasser. Irgendwo fließt Wasser ein ins Netz, anderswo fließt es heraus. Fließt mehr hinein als hinaus, was dann? Dazu gibt es dann Speicher in Staustufen, Speicher auf Türmen, unterirdische Speicher und mehr oder weniger gefüllte »Boiler« im Haus für das Duschwasser. In Krisenzeiten muss die Badewanne herhalten.
   Ist das bei Strom genauso? Mitnichten! Wechselstrom lässt sich nicht speichern, so wie man eine Welle am See auch nicht »speichern« kann oder ein Unwetter – höchstens in der Erinnerung. Musik lässt sich nicht in luftdichte Dosen packen, auch sie muss zum Konservieren erst mechanisch gewandelt werden.
   Wie geht also ein Ausgleich, ein »Puffern«? Hatte eine Wolke eine Solarzelle abgeschattet und zieht dann wieder weiter, so steigt deren Leistung sprunghaft auf das Zehnfache. Wenn Tochter Carla energietechnisch mit Heißwasser aus dem Durchlauferhitzer duscht, dann sinkt vielleicht erst einmal ganz kurz die Spannung, doch dann muss der Strom gleich wieder schnell nachkommen.
   Ich hatte mir das so vorgestellt: Zur Unzeit produzierter zusätzlicher Strom wird wohl irgendwo in der Nähe in Wärmeverlusten verloren gehen, so wie plötzlicher Verbrauch die Lampen rundherum kurz dunkler leuchten lässt. Da hatte ich als Vergleich noch die Wasserleitung im Sinn.
   Der entscheidende Unterschied: Druckschwankungen im Wasser breiten sich zwar mit Überschallgeschwindigkeit aus, mit fast 1500 Metern in der Sekunde. Selbst in Luft muss sich Schall mit 343 Metern in der Sekunde begnügen. Strom aber – jetzt kommt’s – läuft in dieser einen Sekunde 300 000 Kilometer weiter, eine Million Mal weiter. Und Strom genauso.
   Eine einzige Fünfzig-Hertz-Schwingung kommt damit in ihrem fünfzigstel Sekunde sechstausend Kilometer weit, schwuppdiwupp quer durch Europa. Egal, wo man anzapft, ’s ist die gleiche Schwingung, der gleiche »Strom«. Dass es nicht dieselben Elektronen sind, hier und dort, tut nichts zur Sache und wäre eine fast philosophische Frage. Die Energie liegt in der Schwingung, deren Höhe in Volt, der »Breite« in Ampere und der Frequenz in Hertz, nicht der Materie. 
   Dass dem so ist, kann man sogar in der Tiefe der Erde aus rhythmischen Schwingungen ableiten, hier ein Artikel aus der NZZ dazu: »Wechselstrom lässt Europas Boden zittern«
   Stromaufkommen und -verbrauch gleichen sich in der Tat europaweit aus, im Normalfall. Die zeitlich rasche Anpassung nennt sich »Primärregelung«, in der Wikipedia hier nachzulesen. Sieht man sich dort das »Kleingedruckte« an, so zeigt sich freilich, dass der Ausgleich kleinflächiger stattfindet. »Die Erbringung von PRL [Primärleistung] muss trotz gemeinsamer Plattform immer zu einem erheblichen Anteil regelzonenspezifisch erfolgen«, heißt es da, auf dass Quelle und Senke nicht zu weit voneinander entfernt sind. Und: »Nicht jedes Kraftwerk beteiligt sich an der Primärregelung, vielmehr muss eine zuverlässige Leistungsbereitstellung durch sogenannte Präqualifikation nachgewiesen werden. Windparks, Solaranlagen und andere flukturiende Erzeugung tragen somit nicht zur Lieferung von Regelleistung bei«. Hört, hört, kann man da nur einwerfen!
Schnappschuss aus der Onlinekurve von http://www.netzfrequenz.info/trompetenkurve, 12.2.2108 17.08
» … es gibt ein Totband (Unempfindlichkeitsbereich) von 50 Hz ± 10 mHz (49,99 Hz bis 50,01 Hz) [±  0,1 ‰] , in dem keine Regelung erfolgt. Innerhalb des Totbands erfolgt der Ausgleich zwischen Stromerzeugung und Stromnachfrage ausschließlich über die Trägheiten im Stromsystem, insbesondere durch die kinetische Energie (=Rotation) der elektrischen Generatoren und die mit diesen gekoppelten Strömungsmaschinen wie beispielsweise Dampf- und Gasturbinen. Die Fähigkeit eines Stromsystems, Schwankungen durch Trägheit abzudecken wird auch als Momentanreserve bezeichnet«. – Wie Ausreißer aus dem »Totband« verhindert werden, steht dann nicht mehr da. Und selbst wenn man dieses Toleranzband mit  ± 20 mHz doppelt so breit ansetzt wie etwa auf  http://www.netzfrequenz.info/trompetenkurve, so sieht man, dass auch diese Toleranzbreite de facto stark über- oder unterschritten wird (dunkelblaue Punkte und Linie).

Heute, Rosenmontag 2018 Nachmittag, schaue ich kurz nach fünf auf die Frequenzkurve. Wir laufen mit fast 50,06 Hz viel zu schnell. Müssten da nicht Verbraucher zugeschaltet werden? Wer macht das? Macht das überhaupt jemand? Die Stromtarife für Verbraucher geben dazu schon lange keinen Anreiz, nicht einmal Haupt- und Nebenlastzähler (»Nachttarif«) gibt es mehr, geschweige denn, dass sie zu solchen Zeiten aus der Ferne mit dem vorgesehenen Signal umgeschaltet werden. Das »intelligente Haus« bleibt dumm.
   Das kann doch nicht wahr sein. Da muss ich weiter nachfragen …
Siehe auch meinen Artikel über das Kraftwerk St. Anton auf www.Siebenfahr.com/StAnton.pdf
Link hierher http://j.mp/2G7TQqW =
https://blogabissl.blogspot.com/2018/02/stromausgleich-im-netz.html
(Meine Datei Stromausgleich.doc)

9. Februar 2018

Blackberry, klassik zu android

Die Geschichte eines Umstiegs, mit Bonus-Tipps

Auf dem Blackberry Q10 läuft Whatsapp.
Der klassische Blackberry kann’s nimmer.
Ein Schweingeld haben wir ausgegeben, um den (damals noch) aktuellen Dienst-Black­berry zu übernehmen. Jetzt, nachdem Whats­app am guten alten kleinen Black­berry endgültig gestorben ist, muss er endlich auch ran – und ich erst recht!
   Der alte (9360 REM71UW, “Curve”, 3 G, kein LTE, 99 Gramm) beheimatet eine Twinkarte und kriegt Mails für zehn Euro im Monat überall in Deutschland so­fort­issime gepusht. Mehr braucht manfrau nicht. Ein Auslaufmodell in Hardware, Software und T-Mobil-Tarif. Mist.
   Auf zu neuen Grenzen!
   Der Neue – ich nenne ihn mal Q10 – dreht sich statt mit einem Blackberry-proprietären “Operating System” (Betriebssystem) mit gängigem, doch angepassten »Android« im Bauch. Deshalb soll Whatsapp dort auch laufen, und das tuz auch. Mühsam.

Einrichten des Q10,
   genau eines Blackbarry Q10 Modell SQN100-3, 16 GByte, Software 10.3.3.1435, LTE (super!), 136 Gramm

• Generell: Ein Zurück gibt es nicht. Hat ein Programm (’ne »App«) unten links einen Rückwärtspfeil, kriegt man’s so klein. Auch »Abbrechen« oben links, so dargeboten, geht zurück und fast weg. Wo nicht, muss man das virtuelle Ding mutig und mit Schwung von unten nach oben wegschieben, wie beim Schneeschipppen. Dann bleibt es wie ein geschrumpfter Ballon zum Wiederaufruf unter den Decke hängen. Mit Druck auf × kann man’s dort dann auch ganz platzen lassen.
   Die Ikons bekommt man durch Linksschub vom Startbildschirm her.  
E-Mail einrichten, ev. über Systemeinstellungen, Konten. Mail u.a. nennt sich angeberisch-blöd »Blackberry Hub« und umfasst noch alle möglichen und unmöglichen Kommunikationswege. Zu erreichen vom Startbildschirm durch Rechtsschieben. Lässt sich so einrichten, dass als Absender die normale Adresse erscheint, dazu eine Signatur.
   Konto bearbeiten, Kontrolle über Roaming und oder allgemein über mobile Daten, lässt einen Daten sparen (ganz, nur Kopfzeilen, jeweils nur 5 kByte). Fein.  
   Man mag »Push verwenden, falls unterstützt« einschalten, den normalen Pull-Dienst auf einen kürzeren »Synchronisierungsintervall« einstellen. Üblich sind wohl fünf Minuten wie am PC. Nicht zu oft, kann anderswo ins Geld gehen. Der »Synchronisierungszeitraum« gibt m.E. an, wie alt Imap-Mails angezeigt werden?
• Die Signatur setzen Sie im Hub fest, nicht in den Systemeinstellungen! Sie wird in neuen Mails und in Antworten automatisch ans Ende gesetzt. Im »Hub« übers Menü zu Einstellungen, E-Mail-Konten, ein Konto (damit verschiedene Konten unterschiedlich signieren können) und geben die »automatische Signatur« ein. Ich empfehle Name und Telefonnummer, eventuell mehr, und als Spruch »mobil versandt«. Blackberry-Reklame? 
• Wie bei jedem Smartphone geht regulär nach einer halben Minute mangelnder Befummelung das Licht aus, zum nötigen Batteriesparen. An geht’s erst nur mühsam durch Druck auf den Knopf oben. Steckt das große Kleinod in einer Hülle, gehört ein spitzer Finger dazu.
Das Gerät kann aber auch durch Wischen geweckt werden. Systemeinstellungen, Bildschirm, Zum Aktivieren über den Bildschirm streichen – Ein.

Wortersetzung für Umlaute
   Umlaute und Sonderzeichen bekommt man bei Smartphones bekanntlich durch langes Drücken auf die Basistaste, also auf u, a, o oder s (fürs ß). Aus dem Pop-up wählt man das Gefällige. Das geht ganz gut. Trotzdem ein weiterer Weg ohne Verlassen der Tastatur.

Ich hatte vor bald 15 Jahren viel mit dem Blackberry gespielt und vorgeschlagen, Eingabe von z.B. " oe " (leer, o, e, leer) in "ö" zu wandeln, was viele übernommen haben. Es beruht auf »Wortersetzung«. Und weil Wortersetzung keine Buchstabenersetzung ist, geht das nach wie vor nur, wenn das »Wort« vorne mit einer Leerstelle beginnt und hinten mit einer abschließt. Ich schlage jetzt ein ähnliches Verfahren vor, das mit einem Zeichen weniger auskommt. Der Trick dabei ist, dass direkt vor dem Euro-Zeichen normalerweise kein Buchstabe vorkommt. (%b sagt: ein Buchstabe zurück und löscht das vordere Leerzeichen, %B heißt: Das Leerzeichen hinten wegmachen. Das Prozentzeichen bekommt man über die Taste sym. die Umlaute, wie gesagt, nach längerem Drücken auf a usw., zunächst Kleinbuchstaben, dann bei noch längerem Drücken die großen.)
    Unter Systemeinstellungen, Sprache und Eingabe, Eingabehilfe und Korrektur, Wortersetzung

   " a€ " zu "ä", dazu eingeben %ba%B
   " A€ " zu "Ä", dazu eingeben %bA%B
   " o€ " zu "Ö" über %bö%B
   " O€ " zu "Ö" über %bÖ%B 
   " u€ " zu "ü" mit %bü%B
   " U€ " zu "Ü" mit %bÜ%B
   " u€ " zu "ü" mit %bü%B
   " s€ " zu "ß" mit %bß%B (Das neue große ẞ, eh ein Krampf, hat Blackberry nicht.)

Jetzt noch meine geschätzten »französischen« Anführungszeichen, zu merken als aa, Anführungszeichen auf, und az, Anführungszeichen zu. Wer mag, kann unter sich unter " sig " auch noch extra eine Signatur einrichten; normalerweise wird die aber gleich automatisch gemacht, siehe oben.

   " Aa€ " zu "»" über »%B (d.h. die Leerstelle davor ausnahmsweise belassen) 
   " aa€ " zu "»" wie oben, auf alle Fälle 
   " az€ " zu  "«" über %b«%B

Bitte ordentlich testen – ich vertippe mich immer beim Einrichten dieser Kürzel oder vergesse welche. Aufpassen auch auf »Immer diese Großschreibung verwenden«.

Hier z.B. der Befehl durch Tippen von leer, a, Euro, leer ein glattes ä zu bekommen:
»Wenn der im zweiten Feld eingegebene Text
dem Text im ersten Feld entspricht, wird der
Text im ersten Feld automatisch durch den 
Text im zweiten Feld ersetzt.«
– Verstehen Sie das? 

Der – etwas längere – Gedankenstrich und der Streckstrich

   Den »Halbgeviertstrich« (am. em dash, weil wie ein m lang) gibt’s nicht im Blackberry. Hier wurde ich fündig. Aber Achtung: Im Nur-Text-Modus verschluckt mein Q10 Sonderzeichen wie diese! 
   Man schickt sich eine HTML-Mail (nicht »nur Text«!) mit einem Gedankenstrich zwischen Buchstaben, z.B. AA–BB, liest das im Blackberry, und kopiert sich das in die Wortersetzung für zwei aufeinanderfolgende Bindestriche --. 
   Hier sieht man übrigens auch, wie auf Smartphones Copy-Paste geht: Man drückt länger auf eine zu kopierende Stelle, und wenn man den Finger löslässt, und man Glück hat, so ist ein Bereich, ein Wortteil oder mehr blau markiert zwischen Bommeln. Die kann man dann noch etwas verschieben, vor allem (natürlich unsichtbar) über das Zwei-Blätter-Symbol in die Zwischenablage kopieren. Am Ziel Einfügen tut man’s wieder mit längerem Halten der Stelle und Loslassen. Mit <× löscht man einen Buchstaben vor dem Cursor. Hat man zugleich alt gedrückt, so verschindet der Buchstabe nach dem Cursor. Wie üblich.
    " -- " wird zu "–" – Die Leerstellen lässt man drin, kein %b, außer man schreibt vornehmes Englisch.

   " --- " zu "—" über %b—%B
Drei Bindestriche kann man so zum Streckstrich machen. (Wie das schick auf einer PC-Tastatur geht, siehe meine Sondertastatur.)
   Ich hab’ mir noch zugefügt

   " ' " zu "’" mit %b’%B" für den gekrümmten Apostroph und
   " +€ " zu "†" mit %b†%B 

Weitere Zeichen, markiert durch ein nachfolgenes €-Zeichen, mag man sich nach Bedarf dazubauen.


• Jetzt zu Whatsapp



Whatsapp läuft auf dem Q10. Beim Senden von Bildern macht es noch Mucken. Will das Bild nicht rausgehen (»Sharen«!) , so hilft manchmal Waat-A-Fix: “Remove fix” und gleich wieder “Fix it” laufen zu lassen. Bin aber noch am Pröbeln.
   Der relativ neue grüne Knopf rechts unten für »neue Gruppe« nervt viele, ist aber, soviel ich weiß, nicht wegzubekommen.

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Links
• Specs

Link hierher: http://j.mp/2H2bvBD =
https://blogabissl.blogspot.com/2018/02/blackberry-klassik-zu-android.html

7. Februar 2018

Etikettenschwindel: Parlamentarische Demokratie

Quelle http://j.mp/2GTPTrh
Wir haben über 700 Abgeordnete gewählt, in ein Parlament, den Bundestag. 
   »Dem deutschen Volke« prangt darüber. Das muss man sich einmal im Original anschauen, verkürzt auf
http://j.mp/2GTPTrh
   Damit ist der »Parlamentarischen Demokratie« bereits Genüge getan. 
   Die Politik aber wird in Son­dier­ungs­ge­sprä­chen, Koalitionsverhandlungen und weiteren Wortwürmern hinter ver­schlosse­nen Türen gemacht. Diskutiert und abgestimmt wird nicht im Parlament, sondern zum Schluss durch die SPD-Mitglieder. 
   Politik ist Kuhhandel. Für alles Unwichtige gibt’s das Parlament.
   Sprachlich korrekt ist nur die Bezeichnung »Bundestag«. Irgendwann »tagen« die Damen und Herren, »parlieren« tun sie bereits nicht mehr.
   Bananenrepublik.
 

5. Februar 2018

Etikettenschwindel: »Gedenken an Opfer des Nationalsozialimus«

Am Mittwoch, den 31.1.2017, war ich im Auto unterwegs. 
   Der Deutschlandfunk meldete eine Sendung aus dem Bundestag zum »Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus« (http://j.mp/2EcybAT). Dann aber ging es nur über den Holocaust.
   Waren das die einzigen Opfer des Nationalsozialismus’? Gehören nicht auch die sechzig bis siebzig Millionen Tote des Zweiten Weltkrieges dazu, die über zehn Millionen Vertriebenen? Jeder einzelne Tote war ein Mensch mit Hoffnungen, mit Wünschen, mit Leben. Im Tod sind wir alle gleich.
   Mein Vater hatte einen dreijährigen Sohn, mich. Er ist am Ende des Krieges gefallen. Ich habe ihn nie bewusst gekannt, habe keine Erinnerung an ihn. Gedanken zu seinem Tod habe ich jüngst zusammengestellt: http://blogabissl.blogspot.com/2017/11/dann-kam-mit-all-seiner.html . Polemisch gesagt: Ich kann ihn doch nicht als »Opfer« eines amerikanischen Scharfschützen hinstellen, oder?
   Ich meine, es ist Zeit, Schuld nicht in der Vergangenheit zu suchen sondern bei sich selbst. Als sechsundsiebzigjähriger Deutscher und Österreicher war ich nicht an der Varusschlacht beteiligt … und so fort.
   Wenn aber Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken, so bin ich mit verantwortlich. Da hilft es nichts, sie »Flüchtende« zu nennen. 
   Was sind wir doch für eine verlogene, mut- und gewissenlose Gesellschaft geworden!

Link hierher: http://j.mp/2Efcxvz =
https://blogabissl.blogspot.com/2018/02/etikettenschwindelgedenken-opfer-des.html

28. Januar 2018

Hinterlistige Eigenschaftswörter

»Hinterfotzig« und gemein können Eigenschaftswörter sein, aber auch kitschig und liebreizend. Seriöse Texte sollten Adjektive meiden.
   Ein Beispiel (fast hätte ich geschrieben: ein eklatantes Beispiel):

Manche “Klimaskeptiker” (Menschen, die an einen vom Menschen verursachten Klimawandel nicht glauben oder seine Folgen für nicht so schlimm halten) nennen die wechselvolle Klimageschichte als Grund, den Klimawandel nicht als Problem zu sehen. Bei genauem Hinsehen lehrt die Klimageschichte aber das genaue Gegenteil: Klimaänderungen können sich mit großer Geschwindigkeit vollziehen, die heute für die Menschheit katastrophale Folgen hätten. Eigentlich ein gutes Argument dafür, etwas gegen diesen vermeidbaren Klimawandel zu tun...

(Schluss eines Artikels über »Die Klimageschichte der Erde«)

Das liest sich doch ganz nett. Ganz zum Schluss wird dem Leser allerdings noch wie selbstverständlich das Adjektiv »vermeidbar« zum »Klimawandel« untergeschoben. »Na, das wissen Sie doch, das sagt doch jeder, ist doch klar, das wird doch amtlich angestrebt!«, so hört sich das an, und wird nirgends begründet, nicht einmal plausibilisiert, einfach schnell noch hingeschrieben wie »völkerrechtswidrig« zur Krim oder »wohlverdient« zu jedem Ruhestand.
   Ich fühle mich da über den Tisch gezogen.
   Das ist Polemik, »platte Polemik«, um’s adjektivisch zu verstärken. Die Qualität der Schlussfolgerung lässt sich allerdings schon an den drei Punkten am Ende erkennen …

Im Netz finden Sie zahlreiche Warnungen vor Adjektiven, etwa hier oder hier, hier oder hier.

Link hierher: http://j.mp/2DR0t3w

Inzwischen hat Jürgen Paeger den Text geändert, danke.

27. Januar 2018

Fotos auf 300 dpi bringen

dpi, dots per inch, Punkte je Zoll, ist ein Längenmaß, wird aber üblicherweise auf eine Fläche bezogen: auf einen Scan oder auf ein Foto. Das ist schon einmal der erste Schmarren, weil es doch Punkte je Quadratzoll sein müssten. Bei 300 dpi wären das 90.000 dpi², mit i hoch zwei. (Das geht auf die ersten Faxgeräte zurück, mein’ ich.)
   Bei Fotos (nicht Scans) sind dpis ein noch größerer Schmarren, werden aber gern genommen. Drucker, die sonst mit Scans (Reproduktionen) arbeiten, sind z.B. auf 300 dpi geradezu fixiert. Dabei hat die Natur keine Abtastpunkte – sehen Sie nur aus dem Fenster. Sie können ja nicht zwei Finger in die Luft halten, ein Zoll weit auseinander, und dann sagen, wieviel Meter oder Millimeter Umwelt dazwischen sind. Trotzdem speichern Kameras und Smartphones einen dpi-Wert mit jedem Foto ab, wohl um des lieben Friedens Willen. 
  Der dpi-Wert eines Fotos ist reine Phantasie, ist immer eine Notlüge. Gern wird 72 dpi angegeben, 75 dpi oder 100 dpi, ganz nach Gusto des Kamera- oder Schmartfone-Herstellers.
   Nur gut, dass man diese dpi-Angabe von Fotos schwuppdiwupp beliebig ändern kann. Wer ein Bildbearbeitungsprogramm hat, kann das leicht machen (muss nur wissen wie). 
   Ich zeig’s an einem Beispiel. 
Foto Carla Jörn
Hier lacht ein Mädchen, allerdings ziemlich unscharf im Bild. Wenn ich’s mit meinem kostenlosen Micrografx Picture Publisher öffne, dann sehe ich das gleich. Ich wähle Umformen, Bildgröße
Und was seh’ ich da? Auflösung 180 ppi, was wörtlich Pixel je Zoll sind, grob dasselbe wie dpi, Punkterl je Zoll. Die Angabe stammt von der auf­neh­men­den Kamera (einer Panasonic DMC-G6), die das wohl generell bei allen Bilden so einträgt.
   Diese »Auflösung« muss jetzt – ohne irgendetwas am Foto zu ändern! – auf 300 dpi gebracht werden. Dazu klicke ich »Dateigröße beibehalten« an und stelle frech auf 300 ppi:
Anwenden und fertig!
   Jetzt kann ich das Bild jedem Drucker schicken, er wird’s zufrieden sein – egal wie scharf es wirklich ist. 
   Das habe ich unlängst für eine Zeitung gemacht, die meine eingesandten Fotos mit ihren »180 dpi« (Panasonic DMC-GH4) nicht haben wollte, sondern unbedingt 300 dpi. Die gleichen Fotos (die ich schon geschickt hatte) mit der umgetürkten »Auflösung« hat die Redaktion dann dankbar angenommen.

Übrigens gibt’s auch Online-dpi-Wandler die Menge, die machen einem das automatisch. Wie diskret, weiß ich nicht. Hier wär’ ein Beispiel (nicht probiert).

Link hierher: http://j.mp/2GPuOy6 =
https://blogabissl.blogspot.com/2018/01/fotos-auf-300-dpi-bringen.html

26. Januar 2018

Whatsapp ends on Blackberry zu Ende †

On my old Blackberry 9360 running v7.1.0.336 Platform 9.6.0.51 Whatsapp has finally deceased:
Change to a supported mobile phome
Know more – OK
This warning that Whatsapp would end 2017 was there since about a year. But when you had hit OK – it had continued to work! Why they just didn’t let it run and run like an old car does (as far as hardware wouldn’t break), or like I do (76), I will never understand.
   Anyway. Today with OK you end with “server not found” or Whatsapp aborts:
 There must be a dark cloud inbetween.  †

Link to this blog entry:
https://blogabissl.blogspot.com/2018/01/whatsapp-ends-on-blackberry-zu-ende.html

Story:
https://forums.crackberry.com/showthread.php?t=1133492&p=13102617&viewfull=1#post13102617

What does Whatsapp Web say to this:
  “Trying to reach the telephone … ”