12. Dezember 2017

Dem Papst gefällt das Vaterunser nicht mehr

– soweit der zweizeilige Titel auf der letzten Seite der aktuellen Neuen Zürcher Zeitung; eher etwas reißerisch für ein konservatives Blatt, das sich liberal gibt. Die Online-Version des Artikels ist da schon gemäßigter
   Es geht um den vorletzen Satz: »Und führe uns nicht in Versuchung

Aus dem Schott
»Es sei nicht Gott, der den Menschen in Versuchung stürze, um zu sehen, wie er falle. ›Ein Vater tut so etwas nicht: Ein Vater hilft, sofort wieder aufzustehen. Wer dich in Versuchung führt, ist Satan‹, sagte Franziskus dem Sender laut Radio Vatikan.« – Zitat NZZ. 



Und richtig findet man bei Radio Vatikan im Blog unter »Wer führt in Versuchung?« Ausführliches, bis hin zum griechischen Original – http://blog.radiovatikan.de/mehr-als-nur-worte/ 
   Ich habe die Versuchung nie als eine Schlucht gesehen, in die einen der Herrgott als Bergführer hineinführen täte oder nicht. Er führt ja leider eher überhaupt nicht, und lässt dem Menschen die Freiheit zu sündigen. »Lass’ uns nicht in Versuchung kommen«, so verstehe ich das – wie einen Stoßseufzer oder eben ein Stoßgebet, von dem man ja nie weiß, ob es wirkt. Man bittet halt darum.
   
Was ich mich immer gefragt habe, ist, ob »Denn dein ist das Reich usw.« wirklich dazugehört, weil uns doch der Herr schwerlich gelehrt haben kann, ihn derart zu bauchpinseln. Wörtlich sagt dazu die gewöhnlich gut unterrichtete Wikipedia, hochgestochen wie so oft: 
   »Nur die matthäische Version beschließt die Bittenreihe mit einer Doxologie (›rühmendes Wort‹), die auf die Anfangsbitte um das Kommen des Reiches Gottes zurückkommt und die vor­aus­ge­gan­ge­ne Zusage Gottes im Munde Jesu gleichsam appellativ an Gott zurückgibt: ›Denn dein ist das Reich …‹ Dieser Schluss ist allerdings in den ältesten Handschriften nicht überliefert, fehlte somit vermutlich im ursprünglichen Matthäusevangelium.«

Permalink: https://blogabissl.blogspot.com/2017/12/dem-papst-gefallt-das-vaterunser-nicht.html

11. Dezember 2017

Der FAZ-Blattkalender 2018

Seit Menschengedenken verwende ich den blauen FAZ-Blattkalender, Karton, vorn das erste Halbjahr, rückseitig ab Juli. Mir reicht das zur Übersicht, und gewiss tausenden Lesern ebenso. Jeden Tag hat man eine Zeile für Anmerkungen wie Geburtstage oder Ferienzeiten.
   Heuer sind die Tageszeilen bereits besetzt. Unanständig fett stehen da, mittendrin, Zahlen von 1 bis 302 – vielleicht die Arbeitstage? Selbst die Sonntage sind penetrant gezählt von 1 bis 52. Am ersten Adventssonntag steht dann 48 da. Wer braucht das? Wer will das? Wer hat sich das ausgedacht? Wem sind Zahlen so wichtig, dass damit ein Kalender (ziemlich) nutzlos gemacht wird?
   Schade, mit Verlaub: blöd! Deutsche Digitalisierung.

Link hierher: 
   https://blogabissl.blogspot.com/2017/12/der-faz-blattkalender-2018.html

8. Dezember 2017

Runkelstein


Noch heute freut’s mich, oh Runkelstein, 
dass einstmals zu guter Stunden
in der Talfer felsiges Tal hinein, 
zu dir den Weg ich gefunden.

Schloss Runkelstein bei Bozen nach der Sanierung um 1898. 1868 war die Nordwand (das »Sommerhaus«) mit schönen profanen Fresken abgebrochen, weil man versucht hatte, die Talfer entlang einen Weg in den Fels zu bauen. Ob es davon Fotos gibt, bezweifle ich. 

























Foto der Nordseite vor dem 1868er Felssturz. Foto Moosbrugger (Tiroler Landesmuseum BR10), Quelle
Peter Moosbrugger (1831-1883 Meran) – Südtiroler (Wander-)Fotograf in Meran der 1850-70er)


Vor der Fotografie war man auf mehr oder weniger phantasievolle Darstellungen angewiesen. Siehe http://blogabissl.blogspot.de/2016/04/erste-fotografische-veduten-roms.html
»Schloß Rungelſtein b. Botzen«, Tonlithographie v. P. Herwegen aus L. Neelmeyer »Erinnerungen an Süd Tirol« München 1853-56

Nun zum Gedicht 

Runglstein bei Bozen
(1855.)

Noch heute freut’s mich, o Runglstein,
Daß einstmals zu guter Stunden
In der Talfer felsenges Tal hinein
Zu dir den Weg ich gefunden.

Melodisch scholl aus der Tiefe empor
Des Wildbachs entströmendes Tosen.
Am Burgpfad erblühten in lustigem Chor
Glutnelken und wilde Rosen.

Des Runglsteins verfallen Gebäu
Weiß nichts von Grämen und Trauern,
Der Geist der Dichtung, fröhlich und frei,
Nistet in seinen Mauem.

Herr Konrat Vintler einst oben saß
Des Kurzweil war allerwegen
Beim Klang der Laute und Stengelglas
Der freien Künste zu pflegen.

Längst war des Minnelieds Glanz vorbei
Und anderes wollt’ sich gestalten.
Drum dacht’ er, ein künstlerisch Konterfei
Entschwundener Pracht zu behalten.

Viel sinnige Männer malten ihm gern
Die Helden der altdeutschen Lieder;
Noch schauen Herr Hagen und Dietrich von Bern
Vom Söller zum Burghof hernieder.

Und Grau in Grau – dort den Saal entlang.
Wer deutet die Gruppen, die holden?
’s ist Gottfrieds von Straßburg minniger Sang
Von Tristan und lsolden.

Tristan und lsolde auf weitem Meer –
Isolde und Tristan im Walde –
Brangäne lächelt – betrüblich sehr
Steht König Marke der Alte ...

Noch heute freut’s mich, o Runglstein,
Daß einstmals zu guter Stunden
In der Talfer felsenges Tal hinein
Zu dir den Weg ich gefunden.

Durch der Fenster farbige Scheiben entsandt
Die Sonne ihr Gold vor dem Scheiden;
Es umflammte die Schilderelen der Wand
Wie ein Gruß vergehender Zeilen.

Im Rittersaale am hohen Kamin
Saß lang’ ich, in Sinnen versunken,
Und habe im feurigen Wein von Tramin
Des Vinters Gedächtnis getrunken.

Wer immer ins sonnige Etschland fährt,
Halt’ Einkehr in diesen Räumen,
Und ist ihm eine lsolde beschert,
Mag er von ihr hier träumen.

Permalink hierher:
https://blogabissl.blogspot.com/2017/12/runkelstein.html 

6. Dezember 2017

Compuserve-E-Mail-Abruf 2017

Compuserve-Mail gibt’s seit 1979. Geändert hat sich nur das Komma im Adressatennamen zu einem Punkt:
   Mein 102404,715 geht als 102404.715@Compuserve.com noch immer, inzwischen sogar kostenlos. Auch ohne Nummern: FJoern@Compuserve.com.
   Abruf ist über den Webmailer möglich, http://Webmail.Compuserve.com leitet dann auf AOL, https://my.screenname.aol.com/_cqr/login/login.psp?sitedomain=sns.mail.aol.com&seamless=novl&lang=de, um, weil Compuserve seit 1998 zu AOL gehört.

Nach wie vor sind Abruf und Senden mit einem Mailprogramm wie Outlook oder Thunderbird gut möglich. 
   Der Pop-Server ist inzwischen nicht mehr "compuserve" oder "csi" sondern "aol":
   pop.aol.com mit Port 995 und SSL
ähnlich Imap
   imap.aol.com mit Port 993 und SSL
und zum Senden
   smtp.aol.com mit Port 465 und SSL
Mehr dazu englisch bei Compuserve.

Überholt ist also …

Ruft man Mail weiterhin über pop.csi.com, so geht das zwar auch, aber nur verzögert. Es führt zu störenden nervösen Popups beim typisch regelmäßigen Postabruf des Mailprogramms. 
   Dann wechsle man nur von pop.csi.com auf pop.aol.com, in Outlook: Extras, E-Mail-Konten, Vorhandene E-Mail-Konten anzeigen oder bearbeiten, Compuserve-Konto auswählen und »Ändern«, z.B. Popeingansserver (POP 3) umbenennen auf pop.aol.com, eventuell »Kontoeinstellungen testen«, und am Ende dann Weiter und Fertigstellen!

Links
• 2009 war Konrad Lischka im Spiegel zu pessimistisch. 
Mail 1984. A romantic question.
 
Compuserve Magazine 1990 page 6, “Compuserve Mail Speeds Communication”Electronic mail made easier. CompuServe Information Manager features pull-down menus, a screen editor and offline message management to help you use CompuServe Mail more efficiently.


Permalink hierher:
https://blogabissl.blogspot.com/2017/12/compuserve-e-mail-abruf-2017.html

2. Dezember 2017

Mobilen Router (ev. unsicher) betreiben

Das sieht man gerne! Mit voller Signalstärke »4G«-verbunden. Rund 5½ Mbit/s ↓ und 3½ Mbit/s ↑
1G (Erste Generation Mobilfunk, analog, in Deutschland A-, B- und C-Netz, in Österreich bis D-Netz)
2G ab 1992, erste digitale Netze, in Deutschland D-Netze, in Österreich ab E, GSM, maximal Edge
3G UMTS, maximal HSPA (HSDPA, HSUPA und HSPA+)

4G LTE. Hier am Beispiel Vodafone in Bonn


Ein kleiner, mobiler Router, der sich über Mobilfunk mit Internet versorgt, ist ein »Kleinod«, eine super feine Sache, überall! Ich hab’ einen »HUAWEI mobile WiFi« Modell E5577C, der kann auch LTE (»4 G«), und ist überhaupt technisch Spitze. Eine Sim-Karte von einem Mobilfunkanbieter muss freilich drinstecken; erst dann steckt die Welt im Kästchen! 
Mobiler Router von Huawei, Innenansicht bei herausgenommenem Akku. Unten mittig der RESET-Knopf.
Anfangsdaten: User: admin, Password: admin; SSID: HUAWEI – B14B, WiFi KEY: 10327512 (individuell)

Außerdem muss man sich mit den vermaledeiten Passwörtern herum­schlagen.
    Es gibt da vier unterschiedliche »Passwörter«:
1. das Gerätepasswort des Routers, des Kästchens selbst,
2. das »Passwort« der eingelegten Sim-Karte, die vierstellige, numerische »Pin« wie bei einer Scheckkarte (Bankkarte),
3. das Passwort des vom Router (meist) produzierten W-Lan (WiFi), dazu der Name des W-Lans, die SSID,
4. Das temporäre Passwort für das rasche Einbuchen ins W-Lan mit WPS.
   
Ich selbst betreibe meinen »mobilen Router« auf einem einsamen Bauernhof. Der erzeugte W-Lan reicht vielleicht gerade einmal bis zum Kuhstall. Deshalb bleibt mein W-Lan offen und ungeschützt! Der Vorteil: Jeder kann rein, der da ist: Kinder und Erwachsene mit ihren Smartphones, Verwandtschaft, Gäste, der Pächter (wenn er wollte), der Laserdrucker in der Gewölbeküche, einfach alles; alles und alle ohne viel Fummelei. Der Nachteil: Deutsche Fachleute mahnen und meckern.
   Aber der Reihe nach.

1. Das Gerätepasswort
   Das Gerätepasswort, angeblich (und anfangs) »admin« braucht man nur, wenn man im Router etwas umstellen möchte. Später, im normalen Betrieb, braucht man es nicht.  Das sieht dann so aus:
Leider kann man sich mit den vorinstallierten »admin, admin« nicht im Gerät anmelden, weil man das zwangsweise hat ändern müssen. Das hier vorgeschlagene »MobilerRouterFritz« ist ebenfalls unsinnig, das war der W-Lan-Name gewesen und nicht der des Routers.
Leider zwingt einen der übervorsichtige Router, dieses einfache (und damit »unsichere«) Passwort sofort nach dem ersten Einsatz zu ändern in ein »sicheres«, sprich schwerer zu merkendes.
Dazu kommt, dass man sich in vielen Fällen die Passwörter nicht im Klartext zeigen lassen kann, wie hier links. Als neues Gerätepasswort wieder »admin« einzugeben, geht nicht. 
   Hier die »Regeln zur Kennwortstärke«, die einem letzten in aufgezwungen werden:
»Unsichere Kennwort: Das Kennwort enthält weniger als 6 Zeichen und nur eine Kombination aus folgenden Elementen: Kleinbuchstaben, Großbuchstaben, Zahlen und Symbole. Oder das Kennwort entspricht dem Benutzernamen oder dem rückwärts geschriebenen Benutzernamen.« Das verquere Deutsch buchstäblich übernommen.
Warum das Gerät überhaupt einen veränderbaren »Benutzernamen« hat, warum sich der »Benutzername« nennt und nicht »Gerätename« weiß wohl nur Huawei. Ein Passwort müsste reichen und bitte auch verständlich immer »Gerätepasswort« genannt werden! Das würde voll reichen.
   Wer weiß, wie man »admin, admin« behält, möge sich bitte melden (Fritz@Joern.De).

2. Die Sim-PIN
   Die meist vierstellige (bis achtstellige) »persönliche Identifikationsnummer« (Pin) der Mobilfunkkarte bekommt man vom Mobilfunkanbieter mitgeteilt, wenn er einem die kleine Sim-Karte gibt oder schickt. Achtung: Man kann sie ändern. Sicherheitshalber ist die Pin-Abfrage bei jedem »Einschalten« der Sim-Karte oft voreingestellt, genaugenommen, wenn die Sim-Karte zum Beispiel beim Einschalten des Handys oder des mobilen Routers Strom bekommt.

   Die Pin-Abfrage ist einem oft lästig. Sie lässt sich abschalten (»PIN-Prüfung deaktivieren«). 
»Verbleibende Versuche« bezieht sich darauf,
dass die Sim-Karte nach vier Fehlversuchen gesperrt wird,
und dann erst durch die lange Super-Pin »PUK«
wiederbelebt werden kann.

Im Router findet man unter »Sicherheit« eine »PIN-Code-Verwaltung«, bei der man dieselbige »deaktiviern« sollte. Sonst fragt der Router beim Einschalten gleich nach der Pin, und die kann man dort mangels Tasten nicht eingeben. Dann geht der Router nicht ins Mobilfunknetz, und damit nicht ins Internet, und sagt einem:
Wenn die Sim-Karte vergeblich nach ihrer Pin gefragt hat: »Kein Service. Zur Zeit ist keine Verbindung möglich. Bitte versuchen Sie es später noch einmal oder verwenden Sie die manuelle Netzwerksuche.«
Jetzt kann man nach dem »Anmelden« am Router den »PIN Code« der Sim-Karte eingeben, woraufhin der Router nicht nur sein W-Lan von sich strahlt, sondern auch die Verbindung ins Internet aufschaltet. 
   Die Pinabfrage über den Router ein für allemal zu deaktiviern, gelang mir erst nach mehreren Versuchen: Man muss bei der geforderten Pin-Eingabe das Häkchen »PIN-Code deaktivieren« anklicken, und darf dann bloß nicht wieder an der »Pin-Code-Verwaltung« herumstellen!
Das »Anmelden« bezieht sich auf das Gerät, nicht auf die Pin der Sim-Karte (blau im Hintergrund).
Zu erkennen daran, dass zwei Eingaben verlangt werden.

Am einfachsten ist es natürlich, Sim-Einstellungen vorab mit der Sim-Karte in einem Handy oder Smartphone zu machen, denn da hat man gleich Tasten.
   Für ganz Schnelle gibt’s noch USSD-Kodes, zum Beispiel hier (USSD: Unstructured Supplementary Service Data, früher nur MMI genannt: Mensch-Maschine-Interface). Einen USSD-Befehl zum Aus- oder Einschalten der anfänglichen Sim-Pin-Abfrage habe ich allerdings nicht gefunden.

3. Das Passwort des W-Lans
   Ein W-Lan (WiFi, Hotspot) wird in den meisten Fällen verschlüsselt betrieben. Um am W-Lan teilnehmen zu können, braucht man den Schlüssel, meist W-Lan-Passwort genannt. 
   Zunächst lässt man sein W-Lan-Empfangsgerät, ob Smartphone, Laptop oder (gelegentlich auch ein) Fotoapparat, W-Lans suchen.  Die werden dann der Reihe nach mit ihren Namen (SSID) angezeigt, meist das stärkste zuerst. Daraus sucht man sich »sein« gewünschtes W-Lan aus, und wird nach dem Schlüssel gefragt, sofern der nicht dem Gerät von früher bekannt ist. 
Mobiler Router von Huawei, Innenansicht bei herausgenommenem Akku. Unten mittig der RESET-Knopf.
Anfangsdaten: User: admin, Password: admin; SSID: HUAWEI – B14B, WiFi KEY: 10327512 (individuell)

Der mobile Router von Huawei hat standardmäßig die SSID HUAWEY – B14B und einen numerischen Schlüssel, der sich WIFI KEY nennt. Beides steht im Gerät unter dem Akku.

4. Das WPS-Passwort und Einbuchen mit einem QR-Kode
   Möchten sich neue, dem W-Lan noch unbekannte Geräte anmelden, so verlangt der Router das W-Lan-Passwort, siehe vorigen Punkt 3. Um das nicht mühsam in das Gerät eingeben zu müssen, wurde WPS (WiFi Protected Setup) spezifiziert. Man drückt ab den beiden zu »paarenden« Geräten, also am Router und am Gerät einen WPS-Knopf, und die Geräte finden zueinander. Diese Paarungsbereitschaft endet meist nach einer oder eineinhalb Minuten. 
   Zuweilen wird vom neuen Gerät auch eine Zahl gezeigt, die man dann am Router eingeben muss, eben das WPS-Passwort. Dazu gehen Sie im Router-Menü auf W-Lan, WPS-Einstellungen:
Zum Einrichten einer WPS-Verbindung im Pin-Modus geben Sie die auf Ihrem Drahtlosgerät [also dem Gerät, das ›herein‹ will] generierte Pin ein und klicken auf die Schaltfläche ›Mobile Verbindung‹.
Moderne Smartphones erlauben auch die Übernahme des W-Lan-Passworts über eine QB-Code-Kästchenaufnahme. Dazu drücken Sie am eingeschalteten mobilen Router oben auf Menü, dann noch dreimal, bis Sie zu »QR-Code« kommen, dann bestätigen Sie über den Einschaltknopf vorne,drücken einmal auf Menü und kommen zu »WLAN-Passw.«, bestätigen wieder mit dem Einschaltknopf und sehen dann den QR-Kode in der Anzeige. Den kann nun das Smartphone nun abfotografieren und sich so ins W-Lan einbuchen. 

Noch ein paar Tipps
• Das Menü, ein HTTP-Server im mobile Router, reagiert langsam. Das ist normal, weil die Firmware dort nicht so schnell ist.  
• Die Verbindung zum Mobilfunk können Sie ausschalten (Einstellungen, Verbindungsaufbau, mobile Verbindung), ganz oder im Ausland (»Datenroaming«). Wenn Sie den Mobilfunk ganz ausschalten, so läuft nur mehr Ihr W-Lan und Sie kommen zum Beispiel zum drahtlosen Drucker im Nebenzimmer, nicht aber ins Internet. 
Nicht mehr in der EU. Manche Anbieter von »mobilen Daten« roamen aber nie; lieber vorher fragen!










• Den Empfang von SMS kann man sich grundsätzlich kostenlos vom Mobilfunknetz bestätigen lassen. So merkt man etwa, wenn ein Ampfänger nach einem Flug sein Handy wieder einschaltet und dann die wartende SMS bekommt.
   Über den mobilen Router kann man über angeschlossene Geräte bequem SMS verschicken – allerdings wird dem Empänger die Mobiltelefonnummer des Routers angezeigt! –, und für diese eine Empfangsgestätigungen (»SMS-Bericht«) anfordern (»Aktiviert«).
Im normalen Handy oder Smartphone kann man die Anforderung einer Empfangsbestäting ebenfalls generell oder von Fall zu Fall voreinstellen, mehr hier.
• Wenn alle Stricke reißen, und man Einstellungen oder Passwörter vergessen hat, kann man den mobilen Router auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Dazu drückt man mit einer Spitze (Büroklammer zum Beispiel) länger auf den Reset-Knopf unten im geöffneten Gerät, siehe Bild. 
   Man kann den Router auch auf Befehl zurücksetzen, unter »System«.

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Link zu diesem Blog-Eintrag (Permalink):

• Im mobilen Router befinden sich etwa 6 MByte (gezippter) Software, aber kein Handbuch.
• Link zum Hersteller: http://consumer.huawei.com/de/mobile-broadband/e5786/
• Schnellstartanleitung englisch,  französisch, italienisch, deutsch, schwedisch, portugiesisch, spanisch:
 http://download-c1.huawei.com/download/downloadCenter?downloadId=22401&siteCode=de
Schnellstartanleitung 1&1
• Volle Anleitung: Gibt’s nicht bei Huawei.

30. November 2017

Mercedes E-Klasse Typ 210 Tacho spinnt

Mein Tacho hat gesponnen. Am alten Mercedes E-Klasse Typ 210. 
   Die Beleuchtung der Kilometerangaben war strahlend hell gelb, alles überstrahlend, wie ’ne Kirchenflagge, zeigte aber nichts an. Kilometerlos. Der Tempo-Limiter ging auch nicht. Panik.

Haube auf.
Schlüssel in die Hand nehmen, nicht ins Zündschloss stecken.
Türen zu.
Sicherung Nummer 4 (rot, 10 A) neu einsetzen:
Einsteigen – alles paletti!
Schlüssel einstecken.
Starten.
Fahren.
Na ja: Vielleicht vorher den Sicherungsdeckel und die Haube zumachen.
——————————————————
Was war gewesen? Der Tacho (»KI« = künstliche Intelligenz = Kombiinstrument) hat in Ruhe über 40 mA Strom gezogen. Immer wieder war die Batterie leer, nach ein paar Tagen schon.
   Also hab’ ich die Sicherung herausgemacht, bevor ich das Auto länger stehen ließ. Und dann halt so-so wieder eingesteckt, bei offener Fahrertür. Das mochte er nicht. Sorry, Auto.
   Ohne die Vierersicherung geht nicht einmal die Geschwindigkeitsanzeige.
Die Bilder sind von mir, ©Fritz@Joern.De, vor allem aber klickbar!


Wer weiß, warum der Tacho so viel Strom zieht, möchte es mit bitte sagen! Fritz@Joern.De

Die Katze in der Bibel

Ägyptische Mau
Die Universität Innsbruck und Google haben es offenbart. Die Katze kommt gerade einmal in der Bibel vor, im Buch Baruch im Alten Testament. Für die evangelischen Christen zählt das Buch Baruch zu den Apokryphen, gehört also nicht dazu. – Dann ist sie wieder ganz ’raus, die Katze …
Bar 6,21 Auf ihrem Körper und auf ihrem Kopf lassen sich Fledermäuse, Schwalben und andere Vögel nieder, ebenso auch Katzen.
Recht biblisch wirkt der Katzensatz nicht. Man muss schon ein wenig zurücklesen, um ihn zu verstehen. Schöner wird er dadurch auch nicht.

Die Nichtigkeit der Götzenbilder
Bar 6,7 Ein Handwerker hat ihnen eine glatte Zunge angefertigt; sie selbst wurden mit Gold und Silber überzogen; doch sind sie Fälschungen und können nicht reden.
Bar 6,8 Wie für ein Mädchen, das Schmuck liebt, nimmt man Gold
Bar 6,9 und fertigt Kronen für die Häupter ihrer Götter. Manchmal nehmen aber die Priester Gold und Silber heimlich von ihren Göttern weg und verwenden es für sich selber; sie geben davon auch den Dirnen in der Kammer.
Bar 6,10 Man schmückt sie auch, die Götter aus Silber, Gold und Holz, mit Gewändern wie Menschen. Diese Götter können sich aber nicht vor Schmutz und Wurmfraß schützen.
Bar 6,11 Sie sind in Purpurgewänder gehüllt
Bar 6,12 und doch muss man ihnen den Staub aus dem Gesicht wischen, der im Tempel aufwirbelt und sich dick auf sie legt.
Bar 6,13 Sogar ein Zepter trägt ein solcher Gott, wie ein Mann, der das Land regiert; doch kann er niemand töten, der sich gegen ihn verfehlt.
Bar 6,14 Er hat in der Rechten ein Schwert oder eine Streitaxt, kann aber nicht einmal sich selbst vor Krieg oder Räubern retten. So zeigen sie deutlich, dass sie keine Götter sind. Fürchtet sie also nicht!
Bar 6,15 Wie ein zerbrochenes Tongefäß unbrauchbar wird,
Bar 6,16 so geht es auch mit ihren Göttern, die in ihren Tempeln aufgestellt sind: Ihre Augen sind voll vom Staub, den die Füße der Besucher hineintragen.
Bar 6,17 Und wie die Höfe rings verschlossen sind, sobald ein Mann, der sich am König vergangen hat, zur Hinrichtung abgeführt werden soll, so sichern die Priester die Tempel der Götter mit Türen, Schlössern und Riegeln, damit sie nicht von Räubern geplündert werden.
Bar 6,18 Die Priester zünden Lichter an, mehr sogar als für sich selbst, doch die Götter können keines davon sehen.
Bar 6,19 Es geht ihnen wie einem Balken am Tempel: Ihr Inneres wird, wie man sagt, zerfressen. Sie aber bemerken nicht die Würmer, die aus der Erde kommen und sie selbst samt ihren Gewändern aufzehren.
Bar 6,20 Ihre Gesichter sind geschwärzt vom Rauch, der im Tempel aufsteigt.
Bar 6,21 Auf ihrem Körper und auf ihrem Kopf lassen sich Fledermäuse, Schwalben und andere Vögel nieder, ebenso auch Katzen.
Bar 6,22 Daran erkennt ihr, dass sie keine Götter sind. Fürchtet sie also nicht!

Auf diese nicht vorhandene Katze bezieht sich Georg Schneider und schreibt desto lyrischer über

die Katze.

Die Heilige Schrift verschmäht dich. Das allein kränkt mich ein wenig an ihr. Wie gut stündest du im Hohen Lied Salomonis, wie strichest du umher, das Köpfchen verdreht, verschämt und fordernd an die Hüften der Freundin geschmiegt, da doch der Freund bei ihr ist am Berge Gilead oder am Teich zu Hesbon! Deine Brüste sind wie zwei junge Rehzwillinge, o Sulamith, hast du mein Kätzchen nicht gesehen?
   Nein, die Heilige Schrift nennt dich nicht, du fehlst in ihren Berichten; denn du sahest zu stolz herab vom Thron der Pharaonen, du Ägypterin, in dich legten sie alle Rätselschönheiten ihrer Träume, du warst ihr Lieblings­tier, ihre königliche Sklavin, und vierzig Jahrhunderte schauen von ihren Pyramiden auf dich herab. Sphinx nannten sie dich und befragten deinen ruhig blinzelnden Blick. Du warst die Göttin, die Diva des Erbfeinds und bist es noch, gefeiert bis auf den heutigen Tag. Wunderst du dich, dass dich die Heilige Schrift verschmäht? Wir wollen nicht lästern, aber ein Unrecht ist es doch.
   In der Arche Noah musst du gewesen sein, Männlein und Weiblein, Königin und Nebenfrau, in der hintersten Ecke, einen Steinwurf weit weg von allem. Und es war kein zärtlicheres Liebespaar darinnen; denn niemand hat auf diese Erde soviel Liebeszauberworte geschnurrt wie du, soviel Schmeicheleien und Heimlichkeiten, soviel Ohrmuschelgeräusch.
   Du hast den Kristall geschmeidig gemacht. Deine kristallenen Augen kehren wieder in deinem kristallenen Fell, Ägypterin, Siameserin, in deinem Gang, in deiner Laune und Lauer, im Ansatz deines unwiderlegbar vollkommenen Sprunges. Du tönst lautlos wie Kristall, wie die Säule Memnons, wie das Licht und die Dunkelheit und die Nächte am Nil. Um deinetwillen erfand man die Zeitlupenaufnahme.
   Du hast die Nachtigallen der Dichter bejagt und gefressen. Nun geistert deine Stimme allein durch die romantischen Gärten ihrer Träume. Miau – eine Blüte, vom Mondschein bewegt.
   Judith warst du nie, und Sulamiths Rosenhaut zuckte nie zusammen unter dem kühlen Frühtau deines Näschens, das feucht wird wie eine Schwarz­beere, wenn die Nacht einbricht. Du warst Nofretetê, der porphyrne Stolz, und bist es geblieben. Du warst der Schatten Dianens, du warst die kristallene Kugel am Hirtenfeuer des Peloponnes, du warst Abuherriras Katze und knurrtest um den Herren, ein begünstigtes, ein heiliges Tier dennoch, das der Prophet gestreichelt.
   Aber da bist du doch in der Heiligen Schrift, wenn auch nur wie ein königlicher Schrei durch die Wüste. Jesaja hat deinen Vorfahr gehört in der Karawanserei seiner einsamen Seele und dem kommenden Frieden gelauscht: »Die Wölfe werden bei den Lämmern wohnen und die Parder bei den Böcken liegen. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben. Kühe und Bären werden auf der Weide gehen, dass ihre Jungen beieinanderliegen; und Löwenkätzchen werden Stroh essen wie die Ochsen.« Erschrick nicht, meine kleine Amazone, meine amethystene Statue, du sollst kein Stroh fressen müssen. Ich will dir alle Schleckereien der Erde bringen, aber lass mir meine Sperlinge in Ruhe, die vor deinem schleichenden Schritt wie zutoderschrockene Federbällchen vom Dach fallen in das Laub des Holunders vor meinem Fenster.

 

Jes 11,6 Dann wohnt der Wolf beim Lamm, / der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, / ein kleiner Knabe kann sie hüten.
Jes 11,7 Kuh und Bärin freunden sich an, / ihre Jungen liegen beieinander. / Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.

Das ist mir wieder allzuschön, ist mir aus einer alten Zeit recht bildungsbürgerlich. Katzen allerdings sind nach wie vor ungemein beliebt und die meistgeschauten Wesen in (der Bibel von heute?): auf Youtube.

Den Schriftsteller mit dem Allerweltsnamen Georg Schneider habe ich als »Georg Schneider (Politiker, 1902)« (1902—1972) in der Wikipedia gefunden, und natürlich öfters bei seinem Freund Georg Britting, recht typisch im Münchner Gasthaus Leopold. Dieser Schneider hatte seit 1933 im Dritten Reich Veröffentlichungsverbot, nach dem Krieg aber meinte Ingeborg Schuldt-Britting bewundernd: »Er konnte schreiben worüber er wollte, die Feuilletons der Zeitungen druckten ihn«. Ob er wirklich Nofretetê geschrieben hat, mit ê-Zirkumflex, weiß ich nicht. Genau so geschrieben kommt sie Google-gesucht weltweit nur genau zweimal vor (jetzt dann deimal), vielleicht ein I-Tüpfelchen eitler Noch-einen-Tick-besser-Wissenden. Den Text verdanke ich Hans-Joachim Schuldt.
Büste der Nofretete, Ägyptische Abteilung (Ägyptisches Museum Berlin) im Neuen Museum Berlin, Wikipedia
Link hierher:
 https://blogabissl.blogspot.com/2017/11/die-katze-in-der-bibel.html

29. November 2017

Altes Neues von der Sarner Straße

Aus Südtirol: Bilder 
von der neuen Straße durch das Sarntal. 
Nach der Natur gezeichnet von Tony Grubhofer.
Illustrirte Zeitung № 2709. 1. Juni 1895

Die Seiten sind klickbar zum Vergrößern, 
trotzdem zum leichteren Lesen hier größer herausgebrochen: 
In »Lateinschrift« – was der Fachmann »Antiqua« nennt im Gegensatz zur »Fraktur«, die heute nicht mehr üblich ist – muss ich den Artikel vielleicht gelegentlich einmal bringen.
   Soviel aber für heute. 

Gefunden hat den Artikel Stefan Premstaller, dankeschön!

Link hierher:
https://blogabissl.blogspot.com/2017/11/altes-neues-von-der-sarner-strae.html

Christkönigsfest

Im Kalender steht: 
   Totensonntag. Der letzte Sonntag im November, zugleich also der letzte im Kirchenjahr, der trägt noch Novemberstimmung in sich. Viele nehmen ihn so. Genau sagt es die Wikipedia: »In Deutschland begeht die evan­ge­li­sche Kirche am letzten Sonntag des Kirchenjahres den Totensonntag, wäh­rend protestantische Kirchen im englischsprachigen Ausland, die dem englischsprachigen Revised Common Lectionary folgen, den Christ­königs­sonntag in ihren liturgischen Kalender übernommen haben.«
   Ich ging um halbelf in die katholische Stiftskirche in Bonn. Dort über­raschte mich das Christkönigsfest. Die Kirche voll! Dass noch vor Weihnachten ein richtiges Hochfest gefeiert wird, hatte ich nicht gedacht. 
   Während sonst stets nur von Gottes Liebe an uns alle gesprochen wird, geht es in diesem erst 1925 eingeführten Fest richtig zur Sache. 
   Inzwischen ist der Glaube an Himmel und Hölle ziemlich verschwunden, ganz besonders an die Hölle; das Fegfeuer wird schon lang nicht mehr gelehrt. Unsere ewige Welt ist zum Nirwana geworden oder zum Paradies, zum Fluchtort als immaterieller Fluchtpunkt.
   Doch zurück zur Messe.

Erste Lesung: Der gute Hirt
Ez 34,11 Denn so spricht Gott, der Herr: Jetzt will ich meine Schafe selber suchen und mich selber um sie kümmern.
Ez 34,12 Wie ein Hirt sich um die Tiere seiner Herde kümmert an dem Tag, an dem er mitten unter den Schafen ist, die sich verirrt haben, so kümmere ich mich um meine Schafe und hole sie zurück von all den Orten, wohin sie sich am dunklen, düsteren Tag zerstreut haben.
Ez 34,13 Ich führe sie aus den Völkern heraus, ich hole sie aus den Ländern zusammen und bringe sie in ihr Land. Ich führe sie in den Bergen Israels auf die Weide, in den Tälern und an allen bewohnten Orten des Landes.
Ez 34,14 Auf gute Weide will ich sie führen, im Bergland Israels werden ihre Weideplätze sein. Dort sollen sie auf guten Weideplätzen lagern, auf den Bergen Israels sollen sie fette Weide finden.
Ez 34,15 Ich werde meine Schafe auf die Weide führen, ich werde sie ruhen lassen - Spruch Gottes, des Herrn.
Ez 34,16 Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden, die schwachen kräftigen, die fetten und starken behüten. Ich will ihr Hirt sein und für sie sorgen, wie es recht ist.
Ez 34,17
(*)
Ihr aber, meine Herde - so spricht Gott, der Herr -, ich sorge für Recht zwischen Schafen und Schafen, zwischen Widdern und Böcken.


Die zweite Lesung mag wohl meist entfallen. Bitte also überspringen.
1 Kor 15,20 Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen.
1 Kor 15,21 Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten.
1 Kor 15,22 Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.
1 Kor 15,23 Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge: Erster ist Christus; dann folgen, wenn Christus kommt, alle, die zu ihm gehören.
1 Kor 15,24 Danach kommt das Ende, wenn er jede Macht, Gewalt und Kraft vernichtet hat und seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt.
1 Kor 15,25 Denn er muss herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter die Füße gelegt hat.
1 Kor 15,26 Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod.
15,27 Sonst hätte er ihm nicht alles zu Füßen gelegt. Wenn es aber heißt, alles sei unterworfen, ist offenbar der ausgenommen, der ihm alles unterwirft.
1 Kor 15,28 Wenn ihm dann alles unterworfen ist, wird auch er, der Sohn, sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott herrscht über alles und in allem.


Es folgt das Evangelium vom Weltgericht:
Mt 25,31 Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen.
Mt 25,32 Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet.
Mt 25,33 Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken.
Mt 25,34 Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist.
Mt 25,35 Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen;
Mt 25,36 ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen.
Mt 25,37 Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben?
Mt 25,38 Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben?
Mt 25,39 Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?
Mt 25,40 Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.
Mt 25,41 Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!
Mt 25,42 Denn ich war hungrig und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben;
Mt 25,43 ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht.
Mt 25,44 Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen?
Mt 25,45 Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.
Mt 25,46 Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.

Starker Tobak! Wie soll das gehen? Hören wir (wie ich sie hörte) die 
Predigt von Pfarrer Benno Leiverkus am 26.11.2017.
   Hier seine Aufzeichnungen, genau so, wie er sie mir anvertraute:

Was versteht man unter einem praktizierenden Christen? – 
einfach zu beantworten: die sonntags zum Gottesdienst gehen.

Zumindest die Katholiken: „Sonntagspflicht“. 

???  Gottesdienstbesuch als die Erfüllung unserer Pflicht Gott gegenüber!  ???

Frage!  Warum taucht dieser Punkt in der Gerichtsrede aus dem heutigen Evangelium überhaupt nicht auf?

Alles Mögliche: die Kranken, die Alten, die Obdachlosen ... – Aber steht irgendwo: »Ich hab’ Euch zur Kirche gerufen und Ihr seid nicht gekommen«?
Der Gottesdienst wird mit keinem Wort erwähnt.

Was für uns landläufig im Mittelpunkt steht, wenn wir an Religion und Kirche denken – im Gleichnis Jesu kommt es überhaupt nicht vor.
Sollten wir uns da so getäuscht haben?

!! Holzweg !!
Gottesdienst, das ist doch nicht zuerst unser Dienst an Gott. Als ob wir hier wären, weil ER den Gottesdienst nötig hätte oder sonst irgendetwas von uns bräuchte, das er selbst nicht schon lange hätte? Das, was wir im Gottesdienst tun, das ist allerhöchstens danken und bitten.
Dienen tut dabei doch Gott! Gottesdienst, 
das ist zuallererst Gottes Dienst an uns!
… seiner Nähe versichern; Punkte, an denen wir seine Gegenwart erleben und erfahren; Hilfe zum Leben; Feiern, die uns gut tun; zur Ruhe kommen; neue Orientierung und Hilfe für unser Leben. Unsere Gottesdienste, die sind zuallererst einmal für uns da.

Unser Dienst diesem Gott gegenüber, der muss anders aussehen. Und wie, das sagt uns in aller Deutlichkeit das heutige Evangelium. Jesus macht uns dort unmissverständlich klar: 
Wirklicher Gottesdienst – das ist Menschendienst.
… den Kranken dienen, den Alten, den Einsamen, den Hungernden, den körperlich oder seelisch Leidenden ...  das ist wirklich Gottesdienst, das heißt Gott zu dienen.  »Was wir einem seiner geringsten Brüder und Schwestern getan haben, das haben wir ihm getan«.
   Daran werden wir auch letztendlich gemessen.
Wer den Nächsten aus dem Blick verliert, der kann zur Kirche gehen sooft er will – in den Augen Jesu hat der am Ende lediglich etwas für sich selbst getan.
   Wer Jesus ernst nimmt, der kommt um das Wort nicht herum, das uns letztgültig deutlich macht, was es wirklich heißt, unserem Gott zu dienen:
   Dem anderen zu dienen, seine Not zu lindern, das ist für Jesus der eigentliche, der wahre Gottes­dienst, und der findet nun mal meist außerhalb der Kirche statt.
Jesus setzt sich gleich mit den Kranken, den Nackten, den Gefängnisleuten, kurz: mit den »Leuten – Ohne«: ohne Geld, ohne Bildung, ohne Wohnung, ohne Beziehungen, ohne Schönheit, ohne Lobby, ohne Macht, ohne Heimat.
Das Gebot, Jesus in den Ärmsten wieder zu erkennen, das gilt für alle Getauften, gleich wer sie sind, Hausfrau oder Papst, Jugendlicher oder (Erz)Bischof.
Die täglichen Berichte tragen das Wissen um diese Menschen und ihre Schicksale allabendlich bis hinein in unsere Wohnzimmer. 
Ich habe es einmal so gelesen (wo weiß ich nicht mehr): Es gibt fünf Evangelien: Matthäus, Markus, Lukas, Johannes und das Leben der Christen. Viele Leute lesen nie die ersten vier, aber sehr wohl das fünfte.
Wenn wir im Denkrahmen des Matthäus-Evangeliums bleiben, dann geht es genau um das, wovon auch bei den Seligpreisungen der Bergpredigt die Rede ist:
… um Menschen, die es wagen, in einer unbarmherzigen Welt barmherzig zu sein, und dadurch vielleicht sogar Nachteile haben;
… um Sanftmütige, die nicht immer gleich zurückschlagen und sich dafür vielleicht sogar den Vorwurf der Halbherzigkeit und unangebrachten Weichheit machen lassen müssen;
… um Friedfertige, die es wagen, dem Freund-Feind-Denken in den verschiedenen Gruppen und Völkern entgegenzutreten und die darum als unsichere Kantonisten und unzuverlässige Genossen angesehen werden;
Menschen, die es wagen, auf Gott zu setzen, seinen Namen hochzuhalten und sich dafür den Vorwurf der Spinnerei oder den Spott einhandeln, nicht mit der Zeit zu gehen und altmodisch zu sein.
Das ist der Gottesdienst, von dem im Evangelium die Rede ist.
 
Maßlose Überforderung?
Was kann unser einer schon ausrichten?
 – auch nur ein Mensch; – manchmal einfach müde und ausgebrannt. Und außerdem: Oft genug sogar selbst Opfer dieser Verhältnisse.
? doch Drohbotschaft
die Dinge verlangt, die keiner leisten kann?
Ich glaube nicht!
Genau genommen ist von einem Menschen die Rede. »Was ihr für eine/einen dieser geringsten getan habt ... « – Nicht gleich die ganze Welt retten, – bei einem und einer fängt es an!
– noch so unscheinbar – bei Gott aufgehoben.
Es hat einen Sinn, den Becher zu reichen, den Gefangenen zu besuchen, den Nackten zu kleiden. Es hat einen guten Sinn auch dann, wenn es sich nicht weiter auswirkt und alles scheinbar unbemerkt untergegangen ist. Auch wenn sich erkennbar nichts verändert hat, bei Gott ist es nicht vergessen. Bei ihm zählt es.
Darum sollen wir uns und unsere Perspektive nicht nur auf den knappen Rahmen unserer Jahre einschränken lassen. Gott ist viel größer, und es lohnt sich, ein Stück von diesem Wissen um die Ewigkeit in unser Leben hinein zu nehmen.
Dazu will Evangelium ermuntern:
Mut machen, noch in der Welt schon über die Welt hinaus mit dem Herrn der Welt zu rechnen und ihm unser Tun anzuvertrauen.
Vielleicht können wir so den ganz konkreten Nächsten wahrnehmen,
… zuhause … den Arbeitskollegen … den nervigen Nachbarn … oder den …. was weiß ich?
Es geht es nicht um pathetische Formeln, das Ganze findet statt im banalen erfahrbaren Alltag.
Es wird kein Martyrium verlangt, sondern nur, dass man nach dem Kranken sieht, dem Durstigen ein Glas Wasser gibt, den Hungrigen Essen und Obdachlosen eine Unterkunft.
Manchmal scheint es, dass heute alles so schrecklich kompliziert geworden ist. Aber nach unserem Evangelium ist das Entscheidende nach wie vor recht einfach: »Was ihr für eine oder einen dieser Geringsten  getan habt, das habt ihr mir getan! Und was ihr für einen nicht getan habt, das habt ihr auch für mich nicht getan."   Amen  

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Ich war knapp dran zu applaudieren – was sich aber nicht gehört.
   Die Bibelstellen habe ich online von der Universität Innsbruck zitiert, etwa von hier (Der gute Hirt).
(*) Vers Ez. 34,17, «vos autem greges mei haec dicit Dominus Deus ecce ego iudico inter pecus et pecus arietum et hircorum» bleibt meines Erachtens im Deutschen grammatikalisch so unverständlich: »Ihr aber, meine Herde – so spricht Gott, der Herr –, ich sorge für Recht zwischen Schafen und Schafen, zwischen Widdern und Böcken«. Eher sollte es heißen: »Aber zu euch, meine Herde, spricht der Herr so: ›Siehe, ich will richten zwischen Schaf und Schaf und zwischen Widdern und Böcken‹«.

Links:
https://www.bibelwerk.de/sixcms/media.php/185/a_43_l1_christkoenig_ez.pdf
Beichten in Regensburg
Meine Polemik zum Thema »pro multis« und hier
»Was, Sie glauben noch an die Hölle?« – Bloß keine Hölle! 
Soft-Gott und Wellness-Himmel
Der liebe Gott und die zwölfte Dimension


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